Pathologie - gestern und heute

historisches Mikroskop

Pathologie bedeutet übersetzt „Lehre von den Krankheiten“ und soll hier vor allem im Sinne der morphologischen Veränderungen, also der pathologischen Anatomie, verstanden werden.
In der breiten Öffentlichkeit, zum Teil auch bei den ärztlichen Kollegen, wird der Begriff Pathologie überwiegend mit Leichenöffnungen in Verbindung gebracht. In der Tat haben Obduktionen über Jahrhunderte den Alltag pathologisch-anatomisch tätiger Ärzte bestimmt. Die Bedeutung der hier gewonnenen Erkenntnisse für die Klassifizierung der Krankheiten ist unbestritten.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gelangte durch die Verbesserung chirurgischer Techniken zunehmend auch Gewebe von lebenden Patienten zur makroskopischen und vor allem mikroskopischen Begutachtung. Zunächst handelte es sich hierbei um Operationspräparate aus Organen oder Organteilen, die aus therapeutischer Indikation gewonnen wurden.
In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen vermehrt auch kleine Gewebeproben - Biopsien - in die pathologischen Institute, deren Untersuchung Rückschlüsse über die Ätiologie und das Ausmaß eines Krankheitsprozesses bzw. über die Dignität eines Tumors liefern sollte. Die rasche Verbreitung bioptischer Techniken schuf weiteren Bedarf an histologischen Untersuchungsmöglichkeiten. Vermehrt standen endoskopische Methoden nun auch im ambulanten Bereich zur Verfügung. Dieser Umstand förderte gleichzeitig die Möglichkeit, daß auch Pathologen in privater Praxis arbeiten können und hier als Partner ihrer niedergelassenen Kolegen fungieren.
Somit bestimmt heute eindeutig die "Pathologie am Lebenden" und die Arbeit am Mikroskop den Arbeitsalltag des Pathologen.

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